Infrastruktur

Beleuchtung für Logistik- und Parkflächen: Anforderungen, Systeme und typische Fehler

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Eine gut beleuchtete Fläche ist mehr als Komfort. Für Logistikstandorte, Trailer-Yards und große Parkplätze ist Beleuchtung ein zentraler Sicherheits- und Betriebsfaktor: Sie reduziert Unfallrisiken, verbessert Verkehrsführung, erhöht die gefühlte Sicherheit der Nutzer und ist in vielen Fällen Teil behördlicher oder versicherungsseitiger Auflagen. Gleichzeitig wird Beleuchtung in der Planung oft unterschätzt – entweder zu schwach dimensioniert oder technisch überkompliziert. Beides führt zu Problemen im Betrieb und unnötigen Kosten. In diesem Beitrag zeige ich dir, welche Beleuchtungssysteme in der Praxis funktionieren, worauf man bei der Auslegung achten muss und welche Fehler du vermeiden solltest.

1. Warum Beleuchtung auf Logistikflächen kritisch ist

Logistikflächen haben andere Anforderungen als klassische Parkplätze:

- 24/7-Betrieb mit Schichtwechseln in Dunkelphasen

- Mischverkehr aus PKW, LKW, Lieferfahrzeugen und Fußgängern

- Rangier- und Wendezonen mit hoher Unfallgefahr

- Sicherheitskonzepte (Beleuchtung + CCTV + Zaun) wirken nur gemeinsam

- Versicherungs- und Compliance-Anforderungen (z. B. Mindestbeleuchtungsstärken)

Merksatz: Beleuchtung ist Teil der Infrastruktur – nicht Dekoration.

2. Welche Beleuchtungsstärken werden realistisch
gebraucht?

Die richtige Beleuchtungsstärke hängt von Nutzung und Risiko ab. Typische Zielbereiche in
der Praxis:

- PKW-Parkflächen: niedrig bis mittel

- Gehwege / Übergänge / Haltezonen: mittel

- LKW-Flächen / Rangierbereiche: mittel bis hoch

- Zufahrten / Knotenpunkte / Tore: hoch

- Sicherheitskritische Bereiche (Lager, Trailer, Container): hoch und gleichmäßig


Wichtig ist nicht nur „hell“, sondern gleichmäßig hell. Dunkle Inseln machen Orientierung
schwer und sind Sicherheitsrisiken.

3. Systeme im Überblick – was wann sinnvoll ist

3.1 Mastgebundene LED-Beleuchtung (Standardlösung)

Vorteile:

- hohe Lichtleistung

- langlebig und wartungsarm

- sehr gut für dauerhafte Standorte


Einsatz:

- permanente Park- oder Logistikflächen

- Rangierbereiche, Verkehrsachsen

- Standorte mit klaren Vorlaufzeiten

Hinweis: Maststandorte müssen in die Flächenplanung integriert werden (Fundament,
Kabeltrassen).

3.2 Mobile Lichtmasten (schnell und flexibel)


Vorteile:
- extrem schnell verfügbar
- keine aufwendige Fundamentierung
- ideal für kurzfristige Rollouts


Einsatz:

- temporäre Parkplätze

- Baustellen, Interimsflächen

- erste Betriebsphase bis zur finalen Lösung

Nachteil:

- höhere Miet- oder Betriebskosten bei Langzeitnutzung

-häufige Wartung/Service nötig

3.3 Solar- oder Hybridbeleuchtung (stromunabhängig)


Vorteile:
- kein Netzanschluss nötig
- gute Nachhaltigkeitsargumentation
- flexibel platzierbar

Einsatz:
- Flächen ohne bauseitigen Strom
- Interimslösungen, abgelegene Standorte
- nachhaltige Konzepte

Wichtig in der Praxis: Lieferzeiten und Verfügbarkeit schwanken, vor allem bei hohen
Stückzahlen. Für sehr kurze Zeitfenster ist Solar nicht immer die schnellste Lösung.

4. Planung: Was vor der Bestellung klar sein muss

Eine saubere Beleuchtungsplanung beantwortet vier Fragen:

1. Welche Bereiche müssen wie hell sein? (Parken, Rangieren, Fußgängerwege, Übergänge)
2. Wie werden Schattenzonen verhindert? (Mastabstände, Ausrichtung, Lichtkegel)
3. Woher kommt die Energie? Idealerweise bauseitiger Strom, alternativ: Hybrid / Solar / Generator
4. Wie ist die Beleuchtung in das Sicherheitskonzept eingebunden? Beleuchtung muss CCTV-fähig sein (blendfrei, ausreichend Grundlicht).

Praxis-Tipp: Beleuchtung immer zusammen mit Verkehrsführung und CCTV planen – sonst
passt später nichts zusammen.

5. Typische Fehler – und was sie kosten

Fehler 1: „Zu wenig Licht reicht schon.“

→ In der Realität: dunkle Zonen, Unfälle, Beschwerden, Nachrüstung.
Gegenmaßnahme: Gleichmäßigkeit und Sicherheitszonen priorisieren.

Fehler 2: Lichtmasten werden nachträglich „irgendwo hingestellt“.


→ Ergebnis: Mast steht in Fahrgasse oder blockiert Stellplätze.
Gegenmaßnahme: Mastpositionen im Lageplan fixieren.

Fehler 3: Blendung Richtung Straße oder Nachbarn.


→ Führt zu Konflikten oder Auflagen.
Gegenmaßnahme: Ausrichtung, Abschirmungen und Lichtfarbe beachten.

Fehler 4: Technik ohne Wartungskonzept.


→ Mobile Systeme fallen aus, keiner fühlt sich zuständig.
Gegenmaßnahme: SLA und Serviceintervalle definieren.

6. Betrieb und Wartung: Was dauerhaft organisiert sein muss

Auch LED braucht Betrieb, wenn auch wenig:
- regelmäßige Sichtkontrollen
- schnelle Störungsbehebung (Sicherheitsrelevant)
- Ersatzleuchten / Treiber verfügbar halten
- bei mobilen/Hybridlösungen: Service für Batterien, Steuerungen, Aggregate

Wichtig: Ausfall ist kein „kleines Problem“, sondern Sicherheits- und Haftungsrisiko.

7. Kostenlogik in der Realität

Beleuchtungskosten hängen vor allem ab von:

- Flächengröße und Nutzungsprofil

- Anzahl und Höhe der Masten / Mobilgeräte

- Energiekonzept (Strom, Solar, Hybrid)

- regionalen Installationskosten

- Vorlaufzeit (Expresslogik ist teuer)

Wirtschaftlicher Hebel: Je klarer Standort, Timing und Leistungsumfang vorab definiert sind, desto besser sind Einkauf und Umsetzung.

Fazit

Beleuchtung ist ein Kernbaustein jeder Logistik- oder Parkfläche. Wer sie sauber plant, spart
im Betrieb Geld und vermeidet Risiken. Erfolgsfaktoren sind:

- reale Nutzung und Risikozonen definieren

- gleichmäßige Ausleuchtung statt „einfach hell“

- Systemwahl nach Dauer, Stromlage und Vorlaufzeit

- Beleuchtung mit CCTV und Verkehrsführung verzahnen

- Betrieb/SLA von Anfang an mitdenken

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