

Temporäre Parkflächen sind für viele Logistik- und Industrieunternehmen mittlerweile ein echter Engpasslöser: schnell Fläche schaffen, Peaks abfedern, Standorte kurzfristig erweitern oder Interimsbetriebe absichern. Klingt einfach – ist es aber nur dann, wenn Genehmigung, Tiefbau, Ausstattung und Betrieb von Anfang an sauber zusammen gedacht sind. In diesem Beitrag bekommst du eine praxisnahe Anleitung, wie temporäre Parkplätze erfolgreich geplant und umgesetzt werden – inklusive der typischen Stolpersteine und Entscheidungshebel, die Zeit und Geld sparen.
Ein temporärer Parkplatz ist eine befristet genutzte Verkehrs- oder Stellfläche, meist auf
privatem Grund. Typische Einsatzfälle:
- Peak-Saisons / kurzfristiger Mehrbedarf (z. B. Q4, Events, Bauphasen)
- Überbrückung bis zur Fertigstellung eines Neubaus
- Interimsflächen bei Umbauten oder Standortverlagerungen
- LKW-Ruheflächen oder Shuttle-Parkplätze
- Ausweichflächen bei Verkehrsumleitungen oder Baustellen
Wichtig: „Temporär“ heißt nicht „provisorisch“. Auch befristete Flächen müssen sicher und rechtssicher betrieben werden.
Das Genehmigungsrisiko ist der häufigste Zeitkiller. Je nach Gemeinde, Lage und Nutzung gelten unterschiedliche Verfahren.
Typische Genehmigungsthemen:
- Nutzungsänderung / Sondernutzung (wenn bisher keine Verkehrsfläche)
- Befristete Baugenehmigung oder Anzeigeverfahren
- Zufahrtsrecht / Erschließung (Anbindung an öffentliche Straße)
- Entwässerungskonzept (Oberflächenwasser, ggf. Ölabscheider)
- Schall- und Umweltauflagen (bei Nachtbetrieb oder LKW-Verkehr)
- Beleuchtung / Sicherheit (Blendung, Nachbarschaftsschutz)
Praxis-Tipp: Je früher ein belastbares Basis-Konzept vorliegt (Aufbau + Betrieb + Entwässerung + Sicherheitskonzept), desto schneller läuft der Behördenweg. „Wir schauen mal“ funktioniert hier nicht.
Auch temporäre Flächen müssen Lasten tragen – sonst sind sie nach ein paar Wochen kaputt.
Entscheidende Fragen:
- PKW oder LKW? (Radlasten unterscheiden sich massiv)
- Dauerparker oder Rangierverkehr?
- Winterbetrieb ja/nein?
- Baugrund tragfähig oder organisch/weich (z. B. Moor, Auffüllungen)?
Typischer Aufbau im schnellen Interimsbetrieb:
1. Planum herstellen / ggf. Bodenverbesserung
2. Geotextil oder Geogitter (bei schwachem Untergrund)
3. Frostschutz-/Tragschicht (Mineralgemisch)
4. Obere Tragschicht / Feinplanum
5. Optional Asphalt oder Schotterdeckschicht – abhängig von Nutzungsdauer und Belastung
Merksatz: Wenn du die Tragschicht unterschätzt, hast du keine temporäre Fläche, sondern eine Sanierungsfläche.
Wasser zerstört jede Fläche – egal ob befristet oder dauerhaft. Ohne korrektes Gefälle und Ableitung hast du binnen kurzer Zeit:
- Pfützenfelder
- Aufweichungen
- Frostschäden
- Unfall- und Haftungsrisiken
Minimalanforderungen:
- sauberes Oberflächengefälle (i. d. R. 2–2,5 %)
- definierte Einläufe / Rinnen oder Versickerungsmulden
- bei LKW-Flächen oft Abscheiderpflicht je nach Auflage
Temporäre Parkplätze werden oft an der Technik „kaputtgespart“. Dabei ist ein sinnvolles Basispaket der Schlüssel für Sicherheit, Betrieb und Akzeptanz.
Typisches Basispaket:
- Beleuchtung (mobil, mastgebunden oder solar/hybrid)
- CCTV / Fernüberwachung je nach Sicherheitsbedarf
- Sanitärlösungen (Container oder mobile Systeme inkl. Service)
- Zäune / Zugangssysteme für Perimeterschutz
- Markierung & Verkehrsführung (Fahrgassen, Stellplätze, Wege)
- Beschilderung / Signalisation
Optional je nach Standort:
- Winterdienst
- Reinigung / Müllmanagement
- Wachdienst / Schließdienst
- Stromverteilung, falls bauseitig nicht vorhanden
Eine temporäre Parkfläche ist im Alltag nur dann nutzbar, wenn der Betrieb durchorganisiert ist.
Dazu gehören:
- definierte Serviceintervalle (Reinigung, Müll, Sanitärservice)
- klare SLA-Reaktionszeiten
- Eskalationswege bei Ausfall (z. B. CCTV, Beleuchtung)
- witterungsabhängige Maßnahmen (Winter, Starkregen)
Praxis-Tipp: Das beste Setup bringt nichts, wenn die Fläche nicht aktiv betreut wird. Betrieb
muss Teil des Projekts sein – nicht ein Nachgedanke.
Bei temporären Flächen schwanken Kosten stark nach:
- Region (Dienstleisterpreise, Verfügbarkeit)
- Baugrund (Verdichtung, Austausch, Stabilisierung)
- Lastprofil (PKW vs. LKW)
- Nutzungsdauer
- Techniklevel (Solar mit längeren Lieferzeiten vs. Standard)
Was immer gilt: Je besser die Vorplanung und je früher der Standort klar ist, desto günstiger wird das Projekt –
weil du Alternativen bei Subunternehmern und Material hast.
1. Genehmigungen zu spät angestoßen
2. Unterbau zu schwach geplant
3. Entwässerung ignoriert
4. Technik nur „halb“ umgesetzt (führt zu Sicherheits- und Haftungsproblemen)
5. Zu kurze Vorlaufzeit → teure Expresslogistik, Lieferengpässe
Eine temporäre Fläche muss schnell entstehen – aber so gebaut sein, als würde sie länger
bleiben.
Wer Genehmigung, Tiefbau, Technik und Betrieb als ein Gesamtpaket denkt, bekommt:
- schnelle Inbetriebnahme
- planbare Kosten
- sichere Nutzung
- wenig Störungen im Betrieb
- geringe Rückbau- und Folgekosten